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Schleppleinentraining

„Sitz, Platz, Aus – das kleine Einmaleins“

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Artikel von
Expertenteam

Schleppleinentraining

"Netz und doppelter Boden" in der Hundeerziehung

Eine Schleppleine ist eine sehr lange Leine, mit der dem Hund unerwünschtes Jagdverhalten abgewöhnt werden kann. Schleppleinentraining kommt auch zum Einsatz, wenn das Rückrufkommando nicht zuverlässig befolgt wird und der Hund nicht abrufbar ist.

Eines gleich vorweg: Das Schleppleinentraining erfordert eine wochenlange konsequente Anwendung über mindestens vier, besser fünf oder sechs Monate! Andererseits kann das Training mit der Schleppleine für Mensch und Tier jedoch für den Rest des Hundelebens mit sorgenfreien Spaziergängen belohnt werden!

Die Schleppleine sollte mindestens 10m lang sein. Besser sind sogar 15 oder 20 m. Sie soll leicht sein, um den Hund so wenig wie möglich zu behindern. Empfehlenswert sind Schleppleinen  aus Kunststoff, die sich nicht mit Wasser oder Schmutz vollsaugen und sich nicht so leicht verknoten. Sehr gut ist es auch, wenn sie eine leuchtende Signalfarbe haben. Zur Schonung der Halswirbel sollte der Hund ein Brustgeschirr tragen. Für den Hundeführer sind Handschuhe ratsam, damit es keine Brandwunden gibt, wenn der Hund mal „durchstartet“.

Die „Goldene Regel“ für das Schleppleinentraining lautet: „Diese Leine ist immer dran!“ Dies trifft auf jeden Spaziergang zu, auf die gesamte Trainingszeit, auf alle Aktivitäten außerhalb des Hauses! BEIM SCHLEPPLEINENTRAINING DARF ES KEINE AUSNAHMEN GEBEN! Die Übungen mit der Schleppleine können in vier Abschnitte eingeteilt werden:

1.      Positive Konditionierung mit der Schleppleine

In den ersten zehn bis vierzehn Tagen wird die Schleppleine immer zum Fressen und zum gemeinsamen Spielen und Streicheln angelegt. Auch zum normalen Spaziergang wird sie immer gemeinsam mit der normalen Führleine eingehakt. So verknüpft der Hund mit der Schleppleine ausschließlich positive Erlebnisse.

2.      Training mit der Schleppleine in der Hand

In dieseer Phase des Schleppleinentrainings geht es darum, dass der Hund lernt, den Radius der Schleppleine von sich aus einzuhalten. Geben Sie ihm sein Freilauf-Kommando. Kurz bevor das Ende der Leine erreicht ist, erfolgt ein Kommando wie z.B. „Ende!“. Machen Sie sich etwa drei Meter vor dem Abschluss einen Knoten, der Ihnen dies erleichtert. Läuft der Hund in die Leine, wird festgehalten und gewartet. Lockert der Hund die Leine, schaut er zu Ihnen oder kommt er zurück, wird er gelobt und mit einem Leckerli belohnt. Dann wird weitergegangen. Nach einigen Wiederholungen ist das Weitergehen allein die Belohnung. Hier müssen Sie sehr variabel sein, damit der Hund nicht lernt, nur bis zum Leinenende zu laufen, um belohnt zu werden. Dies wird solange geübt, bis der Hund von sich aus kurz vor dem Leinenende stoppt, zu Ihnen blickt oder sich setzt. Im nächsten Schritt geben Sie das Rückruf- Kommando, wenn der Knoten Ihre Hand passiert. Dies ist ja immer durchsetzbar. Bitte ziehen Sie den Hund niemals zu sich heran! Ignoriert er Ihr Kommando, gehen Sie hin und holen ihn ab! Sitzt diese Übung sicher, erhöhen Sie den Schwierigkeitsgrad durch unterschiedliche Spazierwege und sich langsam steigernde Ablenkungen.

3.      Training mit schleifender Schleppleine

Hält Ihr Hund von sich aus den Radius ein und reagiert er zuverlässig auf Ihr Rückruf-Kommando, können Sie die Leine auf dem Boden schleifen lassen. Achten Sie darauf, dass Sie im Fall eines Falles immer sofort Zugriff auf die Leine haben. Die Signalfarbe erleichtert dies sehr. Üben Sie anfangs ohne Ablenkung. Klappt alles tadellos, können die Umweltreize langsam gesteigert werden.

4.      Training mit gekürzter Schleppleine

In dieser Trainingsphase des Schleppleinentrainings kann die Schleppleine langsam, vielleicht im Wochenabstand, um einen Meter gekürzt werden. Alternativ verwenden Sie jetzt eine gleich lange (und gleich schwere!) Wäscheleine, um die teure Schleppleine nicht zu zerschneiden. So gewöhnt sich der Hund schrittweise an das schwindende Gewicht, ist aber nach wie vor kontrollierbar. Klappt auch dies zuverlässig, können sie beginnen, den Hund kurzzeitig ohne Leine laufen zu lassen. Diese Phasen werden langsam verlängert.

Beginnen Sie mit dem 4. Trainingsschritt wirklich erst dann, wenn alle vorigen Übungen sicher funktionieren. Geht Ihr Hund nämlich wieder „stiften“, müssen Sie zurückkehren zum ersten Trainingsschritt und ganz von vorn beginnen!

" Windhund im Gebirge mit Schleppleine und Geschirr Schleppleine, Schleppleinentraining

 


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