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Leinenführigkeit

„Sitz, Platz, Aus – das kleine Einmaleins“

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Artikel von
Expertenteam

Leinenführigkeit

Ein gelassener, gut erzogener Hund zieht weder nach vorne noch nach hinten.

Leinenführigkeit ist ein sehr wichtiges Trainingsziel in Hundeschulen, denn das entspannte Bild von Hund und Mensch, über eine lockere Leine miteinander verbunden, wirkt auf den Zuschauer beruhigend.  Der Hundehalter strahlt Kompetenz aus, der Hund macht einen gut erzogenen Eindruck und das Hundehalter-Hund-Team erweckt Vertrauen, vor allem bei ihren Mitmenschen, die selber keine Hunde halten.

Der Weg dorthin dauert bei dem einen oder anderen Hund vielleicht ein bisschen länger, aber jede Anstrengung lohnt.

Zuerst ist es hilfreich den Hund an Brustgeschirr und Leine zu gewöhnen. Wer noch keine Erfahrung mit einem Brustgeschirr hat, übt selber erst einmal dessen Handhabung an einem Stofftier. Dann kann man es zügig und stressfreier bei seinem Hund anlegen. Am besten kann man das Geschirr/die Leine vor jeder Fütterung und vor jedem gemeinsamen Spiel anlegen, denn dann verbindet der Hund damit etwas für ihn sehr Positives.

" Die meisten Experten empfehlen ein Brustgeschirr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der nächste Schritt ist dann, wenn das Brustgeschirr akzeptiert wird, den ersten Spaziergang zu wagen. In reizarmer Umgebung werden beide nicht so abgelenkt.

Anfangs wird sich der Hund häufig hinsetzen, sich schütteln und vielleicht sogar versuchen, das Geschirr mit der Hinterpfote wegzukratzen.

Hier hilft Geduld – also heißt es, erst Mal abwarten, bis sich der Hund freiwillig in die gewünschte Richtung bewegt Jeder Augenkontakt wird mit Leckerli und Lob belohnt. 

" Schäferhund schaut Besitzer an Augenkontakt unbedingt belohnen

 

 

 

 

 

 

 

Dann geht es ein paar Schritte weiter und jedes Mal, wenn der Hund die nächsten Schritte mitkommt und Kontakt aufnimmt, wird er belohnt. Mehrmals  täglich, nicht zu lange trainieren. Jetzt wird schrittweise die Ablenkung gesteigert, dann klappt das auch dort, wo er Menschen und andere Hunde sieht.

Ein Welpe, der anfangs nicht freiwillig mitläuft, wird ein kleines Stück auf dem Arm getragen. Bitte nicht hinter sich herziehen. Will er in eine andere Richtung oder schneller voranlaufen, hilft konsequentes "Stehenbleiben". Nach einer Weile, meist wenn ihm langweilig wird,  wird der Hund dann zurückkommen. Dies ist wieder der richtige Moment, ihn zu belohnen. So lernt der Racker, dass es sich für ihn nicht lohnt, an der Leine zu ziehen.

Ein Wort noch zur Leine. Diese sollte mindestens zwei Meter lang sein. Ausziehleinen sind für dieses Training nicht gut geeignet, weil sie sich auf Zug hin abrollen und somit das Ziehen regelrecht belohnen.

Zum Thema Schleppleinentraining, bitte hier klicken.

 


1 Kommentare

default Am 14.11.2015 antwortete Expertenteam:

Liebe Frau Schmidt,

wir haben Sie nicht vergessen.

Aber unser erfahrenster Erziehungsexperte hat eine starke Grippe. Wir wollen die Antwort so kompetent wie möglich gestalten, bitte haben Sie daher noch ein bisschen Geduld.

Ihr Expertenteam.
 

Liebe Frau Schmidt,

wir haben hin und her disskutiert, weil die Antwort leider nicht der schnelle Tipp ist, der wundersamerweise alle Problem lösen kann, auch wenn wir diesen gerne parat gehabt hätten, bei der Vorgeschichte.

Ohne Sie und ihren Hund als Team gesehen zu haben, kann man leider keine sinvollen Tipps geben, weil so viele Dinge wichtig zu wissen sind.

Wie ist die Beziehung zueinander? Gibt es besondere Situationen, bei denen der Hund zieht?

Was meinen Sie, wenn Sie schreiben, schon „alles versucht“ zu haben (Halti, Geschirr, Leckerlis, Hundeschule, Schleppleine....?) ?

Wie sieht Ihr Alltag aus? Hat der Hund genug "zu tun", im Sinne von Aufgaben und wann darf er von der Leine.

Wir empfehlen daher eine genaue Anleitung durch einen erfahrenen Hundetrainer ( der aktuelles Wissen zu Lernverhalten von Hunden hat).  Dies ist nur im Einzeltraining möglich.  

Also am besten mal verschiedene Hundeschulen (ohne Hund) besuchen und sich über das Trainingsangebot informieren. Richtig sind Sie, wenn der Trainer von sich aus Einzelstunden vorschlägt, um Sie beide individuell zu unterstützen.

Ohne "Leinenruck" und mit Zuhilfenahme von Motivationsmitteln (z.B. Futter) zu arbeitn, klingt schon mal gut. 

Viel Glück wünschen wir Ihnen.

Ihr Expertenteam

Am 11.11.2015 kommentierte Renate Schmidt:

„habe einen Labrador 16 Monate alt.Er beherrcht Sitz,Platz,Bleib und auch sonst ist er ein Hund Hund der sofort begreift was man von ihm will.
Ich gehe jeden Tag mindestens 2 Stunden raus in die Natur und lasse ihn frei laufen bzw.rumtollen.Wir haben einen großen Garten wo er genügent Auslauf hat.Aber sobald er an der Leinen laufen soll ist es eine Katastophe.Er zieht wie ein Bulle und ich kann ich kaum halten.Habe schon alles aber auch alles ausprobiert.Keine Chance...er hat mittlerweile 30 Kilo und sein Temperament ist nicht zu zügeln.Manchmal klappt es aber die meiste Zeit zieht er.Ich muss dazu sagen,dass ich schon immer Hunde hatte und auch Erfahrung mit Hunden aber bei ihm komme ich langsam zur Verzweiflung.Manchmal wenn ich mir Videos anschaue denke ich,dass sieht so einfach aus aber die Wirklichkeit ist anders.Ich habe sehr viel Gedult aber manchmal bin ich jetzt langsam der Verzweiflung nah und weiß mir keinen Rat mehr.
Würde mich über eine akzeptable und für mich einsetzbare Methote der Leinenführigkeit bedanken.
mit freundlichen Grüßen Renate Schmidt“


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